| Diese souveräne Nutzung des Internets bedeutet für sie auch eine Form der Abgrenzung von der Welt der Erwachsenen. Natürlich birgt diese virtuelle Kommunikation auch Risiken, wenn man den Gesprächspartner nicht persönlich kennt.
Was versteht man unter Chat?
Die Art des Miteinander-Kommunizierens ist live und schriftlich. Eigene Redebeiträge werden eingegeben und können von anderen Teilnehmern des Chatrooms gelesen werden. Es gibt aber auch gesonderte Räume, in denen z.B. nur unter vier Augen miteinander gechattet wird. Neben den Texten gibt es auch Emoticons, die Stimmungen ausdrücken können. Außerdem können Stellvertreter für die Online-Identität ausgewählt werden (Avatare).
Chats sind in der Regel, eine Freizeitbeschäftigung, ohne thematische Vorgaben. Es gibt aber auch Foren, in denen Jugendliche Sachthemen erörtern. Entgegen der Vermutung, dass Jungen eher Internetspiele nutzen, als zu chatten, haben neuere Untersuchungen ergeben, dass 43% der Chat-Nutzer Jungen sind.
Mögliche Gefahren im Chat
Allerdings werden Kinder und Jugendliche durch ihre Neugier und Unbefangenheit der neuen Technik gegenüber, schnell Opfer von InternetnutzerInnen mit schlechten Absichten. Viele möchten aus den Ängsten oder aber auch Gedanken, Kapital schlagen, sich bereichern. Andere bestätigen und verstärken leichtfertig, geäußerte Lebensängste oder Probleme.
Pädophile nutzen gezielt solche Kommunikationsnischen, um ungehindert Kontakt zu Kindern und Jugendlichen aufzubauen. Minderjährige können dort sexuellen Äußerungen und pornographischem Bildmaterial ausgesetzt sein oder sogar zu sexuellen Handlungen und Treffen in der realen Welt aufgefordert werden. Insgesamt sind in den letzten Jahren vermehrt solche Fälle von sexueller Nötigung und Missbrauch durch Chatbekanntschaften aufgetaucht.
Auch obskure Szenen, Sekten und andere Bewegungen, haben das Internet als Kommunikationsbasis für sich entdeckt und sprechen gezielt Kinder und Jugendliche an.
Tipps im Umgang mit Chats
Kinder sollte man zu Beginn beim Chatten begleiten und sich vergewissern, ob es dort sicher im Umgang damit ist. Für Neulinge kann es nämlich sehr verwirrend sein, wenn sie dort mitreden wollen. Man sollte den Kindern und Jugendlichen verdeutlichen, dass im Netz nicht immer alles so ist wie es scheint. Außerdem muss man wissen, dass kommunikative Signale wie Gestik oder Mimik, als Information über das Gegenüber bei Internet-Gesprächen fehlen. Wir können nicht alle Sinne gebrauchen und sind von daher in unseren bewährten Schutzmechanismen eingeschränkt.
Kinder sollten aber mit zunehmendem Alter durchaus ihre Kompetenzen im Umgang mit diesen Medien erweitern. Ältere Geschwister, Freunde, Eltern, aber auch Institutionen der Jugendarbeit können hier helfen und kritisch begleiten auf ihrem Weg zu einer sinnvollen Nutzung des Internets für unterschiedliche Kommunikationsformen
Welche Regeln gibt es?
• Niemals persönliche Daten weiter geben und wenn, dann nur unter Rücksprache mit
den Eltern.
• Bei Treffen mit den Chat-Partnern, immer in Begleitung einer vertrauten Person und
möglichst an einem öffentlichen Ort.
• Eltern sollten Interesse an dem zeigen, was ihre Kinder online tun. Diskutieren sie
gemeinsam über besuchte Seiten.
• Eltern sollten ihren Kindern empfehlen, Fantasienamen oder adressen zu benutzen, die
keine Rückschlüsse auf Alter oder Geschlecht zulassen.
• Keine digitalen Fotos im Internet versenden, denn sie können grenzenlos kopiert,
weitergegeben, manipuliert und verfälscht werden.
• Kinder darüber aufgeklärt sein, dass sie den Chatroom sofort verlassen sollten, wenn sie
zu Handlungen aufgefordert werden, die ihnen komisch oder falsch vorkommen oder aber
wenn Fragen gestellt werden, die sie nicht beantworten möchten.
An dieser Stelle weisen wir auch auf eine Veranstaltung hin, die sich besonders an Eltern richtet. In Kooperation mit dem Kreisjugendamt und dem Verein Wildwasser Minden e.V., bietet die Medienwerkstatt am 20. September in Lübbecke einen Informationsabend an, der sich speziell mit dem Thema Missbrauch und Chatrooms beschäftigt (siehe Bildungswerk-Kurs 1/08).
Eltern haben hier Gelegenheit, selbst Chats zu besuchen, sich dort mit „Gesprächspartnern“ auszutauschen und zu erleben, was die Faszination dieser Kommunikationsform ausmacht. Sie haben hier ebenso die Möglichkeit, Informationen zum Thema zu sammeln und bekommen Empfehlungen für den Umgang mit dieser Problematik. Anmeldungen bitte so schnell wie möglich, da nur begrenzt Teilnehmerplätze zur Verfügung stehen.
Informationen zur Veranstaltung können Sie über die Medienwerkstatt Minden-Lübbecke unter 05741 - 40830 oder bei Wildwasser e.V. Minden unter 0571 - 87677 erhalten.
Empfehlenswerte Adressen im Internet
Chats, die von Beratungsinstitutionen angeboten und geleitet werden:
• www.das-beratungsnetz.de
• www.bke.de (Bundeskonferenz für Erziehungsberatung)
• www.kijuchat.de (KiJuChat, Kinder- und Jugendberatung im Internet
Chats, in denen Jugendliche Gedanken austauschen und sich gegenseitig helfen:
• www.youngavenue.de (Kinderschutz-Zentren)
• www.kids-hotline.de (Kinder- und Mutterschutz e.V.)
Weitere Informationen:
• www.beratung-caritas.de/chatten.html
• www.chatten-aber-sicher.de: (Kinder chatten-kennen Eltern die
Möglichkeiten und Gefahren?)
• www.checkedforyou.de
• www.familienhandbuch.de/cmain/f_Aktuelles/a_Haeufige_Probleme/s_900.html
• www.kindersindtabu.de
• www.safernet.info
• www.safer-internet.net
Empfehlenswerte Chats für Kinder:
• www.kinder-post.de Die Seite bietet vor allem Kindern ein Forum in erster Linie auf der
Suche nach einer/einem Brieffreundin/-freund. Die Beiträge werden von Moderatoren
gelesen und anschließend online gestellt.
• www.geo.de/GEOlino/community/pinboards ist die online-Erweiterung des geolino
Magazins für Kinder. Hier kann jeder und jede zu ganz verschiedenen Themen Beiträge
einstellen oder Informationen zu Hobbys austauschen.
• www.haefft.de/forum/ Foren zu vielen Themen. Das Angebot reicht von Musik, Kino,
Liebe, Philosophie bis hin zu Problemen. Die Foren werden moderiert, das Lesen von
Beiträgen ist jederzeit möglich; um den eigene Beitrag einstellen zu können, muss sich
die InternetnutzerIn mit persönlichen Daten anmelden.
(Auszüge aus der Broschüre: Alles nett im Chat? Tipps für die sichere Internetkommunikation; Herausgegeben von der Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur)
Bei weiteren Fragen oder Hinweisen können Sie sich gerne an uns wenden.
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